Siebdruck, was ist das eigentlich?

Siebdruck ist eine Drucktechnik, die es ermöglicht, Grafiken, Illustrationen und Schriftzüge in satten Farben auf verschiedene Oberflächen zu übertragen.
Das Ziel sind weniger Einzelstücke sondern Serien.

 

Im Zentrum steht der Siebdruckrahmen, meist gefertigt 
aus Aluminium oder Holz. In diesen Rahmen ist ein farbdurchlässiges Gewebe gespannt – bestehend aus einer Vielzahl an Fäden, die ein feines Raster bilden.

 

Bereitet man den Rahmen für den Druck eines bestimmten
Motivs vor, wird das Gewebe-Raster teilweise verschlossen, während andere Stellen offen bleiben. Diese offenen Stellen bilden eine Schablone, durch welche, mit einer sogenannten Rakel, die Farbe gestrichen werden kann.

 

Verschließen kann man Gewebe-Raster zum Beispiel mit Papier und Klebeband. Für langlebigere Schablonen mit detailreichen Motiven kommt eine lichtempfindliche, cremige Flüssigkeit zum Einsatz – die Fotoemulsion.


Und wie funktioniert das ganz genau?

Folgende Grafiken visualisieren die wichtigsten Steps vom leeren Sieb bis zum fertigen Druck.

 

Aber wie man so schön sagt: Probieren geht über studieren! In den Workshops erfährst du Schritt für Schritt, wie Siebdruck funktioniert.



Was kann ich bedrucken? Und wie viel?

Für den klassischen Siebdruck muss dein Druckträger 
flach und aus natürlichem Material sein sowie eine saugfähige Oberfläche haben.

 

Besonders geeignet sind Papier und Pappe sowie helle Baumwollstoffe. Möglich wären zum Beispiel Postkarten, Lesezeichen, T-Shirts, ein Kissenbezug, Geschirrtücher, Baumwollbeutel… Weniger zu empfehlen sind Produkte mit Reißverschluss, Applikationen oder dicken Nähten.

 

Am besten entscheidest du dich für ein, zwei  verschiedene Druckträger und bringst davon jeweils einen ganzen Stapel mit. Denn Siebdruck eignet sich prima, um eine Serie von deinem Druckprodukt anzufertigen.

 

Tipp: Im Atelier gibt's eine kleine Auswahl an verschiedenen Druckträgern zu kaufen.


Die Frage aller Fragen: Welches Motiv?

Wie wäre es mit einem schönen Spruch, einer Zeichnung, deinem Lieblingstier oder dem Spitznamen deiner besten Freundin? Es muss übrigens kein Kunstwerk sein – auch ein simples Motiv sieht gedruckt gleich professionell aus.

 

Auf diesem Pinterest-Board findest du beispielhafte Siebdruck-Ideen. Schau gern vorbei und lass dich inspirieren. Aber denk bitte daran: Inspiration ist cool, Ideen kopieren nicht so sehr.

 

Tipp: Insbesondere für Siebdruck-Einsteiger ist es hilfreich, sich auf 1 bis 3 einfarbige Motive zu beschränken.

 

 

Keine Idee? Kein Problem! 
Beim Einsteiger Workshop benötigst du kein eigenes Motiv. Hier stehen dir wechselnde Designs von verschiedenen IllustratorInnen zur Auswahl.



Wie wird aus meinem Motiv eine Druckvorlage?

1. DESIGN

Möglich sind Schriftzüge, grafische Formen und lineare/flächige Zeichnungen

Du kannst in den gängigen Grafik-Programmen dein Design entwerfen oder etwas von Hand zeichnen und einscannen. Für den Start empfehle ich dir einfarbige Motive mit nicht zu feinen Linien/Schriften.

 

Beachte bei deiner Vorlage: Alles muss schwarz sein (siehe »4. Farbe«). Das hat nichts damit zu tun, mit welcher Farbe du später siebdruckst. Da steht dir eine bunte Vielfalt zur Verfügung!

 


2. MENGE

1 großes oder max. 3 kleinere Motive

Ich empfehle maximal drei Motive, denn je weniger Motive und/oder Farben, desto mehr Zeit bleibt zum drucken. Warum? Vor jedem Motiv- und Farbwechsel muss das Sieb ausgewaschen und getrocknet werden.

 

Überleg dir wenige Motive und drucke davon eine Serie

Denke groß! Selbst bedruckte Einkaufsbeutel für die ganze Familie? Einen Stapel Postkarten, die du zuhause individualisieren kannst? Shirts für dich und deine Freunde? Der nächste Geburtstag steht bestimmt an und Weihnachten kommt auch – versprochen.


3. FORMAT

Maximal Format: A3 (29,7 x 42 cm)

Für den Workshop hast du ein eigenes A3-Sieb zur Verfügung. Das heißt, all deine Motive müssen zusammen auf die Fläche von einem A3-Blatt passen. Keine Sorge, die Motive können dann trotzdem einzeln gedruckt werden.

Genau so groß, wie du dein Motiv auf dem A3-Blatt platzierst, wird es nachher auch gesiebdruckt. Achte darauf, dass dein Motiv die passende Größe für deinen Druckträger hat und nicht verpixelt ist. Am besten druckst du es dir vorher einmal selbst aus.


4. FARBE
Nur schwarz/weiß, keine Graustufen, Farben oder Farbverläufe

Deine Druckvorlage wird zum Beginn des Workshops in schwarz auf Transparentfolie ausgedruckt. Diese dient als Ausgangslage für die Siebherstellung.

 

Nur tiefschwarze Stellen blockieren das Licht, mit welchem die Fotoemulsion bestrahlt wird. Daher darf das Motiv keine Grautöne, Verläufe oder Farben enthalten – das hat nichts mit der Farbe zu tun, die du später verwendest – da bist du völlig frei.

 

Tiefschwarz = C60 M60 Y0 K100

CMYK sagt dir nichts? Dann bitte einfach nur SCHWARZ anlegen.

 


5. DRUCKDATEN
PDF, EPS, JPG, TIFF

Vor dem Workshop per Mail an nina@jakobundtatze.de

 

Es ist wirklich wichtig, dass du mir die Daten vorher mailst. Wenn du mir deine Druckdaten früh genug schickst (mind. eine Woche vorher), kann ich dir gerne Feedback geben, ob deine Vorlage für den Druck richtig vorbereitet ist.

 

Du kennst dich aus mit den Grafik-Programmen? Dann bitte sämtliche Schriften in Pfade umwandeln.



TIPPS FÜR DESIGN-PROFIS UND SIEBDRUCK-ERFAHRENE

  

Mehrfarbiger Druck

Je Druckvorgang kann nur eine Farbe aufgetragen werden. Das bedeutet, jede Farbebene gilt als einzelnes Motiv und muss auf der Druckvorlage als eigenständige schwarze Form angelegt werden. Beachte: Siebdruckfarben sind in der Regel nicht deckend.

 

Rasterdruck

Auch Fotografien kann man drucken. Diese müssen speziell bearbeitet werden, damit sie nur noch aus schwarzen Rasterpunkten bzw. schwarzen Flächen bestehen. Hierfür findest du viele gute (Video-) Anleitungen, wenn du bei Google nach »Foto rastern Siebdruck« suchst.

 

Druck auf dunkle Textilien/Untergründe 

Das ist etwas kniffliger. Deckweiß kann direkt verdruckt werden, ist aber schwieriger zu bearbeiten. Alle andern Farben müssen erst weiß unterdruckt werden, damit die Farben schön leuchtend zur Geltung kommen.

 

Druck auf besondere Materialien

Neben den üblichen Druckträgern wie Papier und Textil sind beispielsweise auch Holz, Kork und Leder bedruckbar. Hier ist ausprobieren und Experimentierfreude angesagt. Nicht überall haftet die Farbe gleich gut und für dicke/große Materialien muss man sich eine entsprechende Vorrichtung basteln.


NINA EGLI

Inh. von Jakob&Tatze

Grafikerin EFZ

 

KONTAKT

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ATELIER

für Siebdruck, Workshops,

Grafik und Illustration

 

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© Nina Egli